Supporter-Vereinigung

Christian Stofer, Direktor des Schw. Ruderverbandes, zu Gast an der Supporter-GV

Ruderer und Fussballer betreiben auf dem Seefeld zwei Sportarten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das zeigte ein Gespräch mit einem Olympioniken.

von Primus Camenzind

An der GV 2018 der Supporter-Vereinigung des FC Sarnen am Donnerstagabend ging es für einmal kaum um das runde Leder. Gastreferent Christian Stofer, Direktor des Schweizerischen Ruderverbandes (SRV), stellte in einem spannenden Vortrag den auf dem Sarner Seefeld beheimateten Nationalen Rudersport ins Zentrum. «Sarnen ist für uns der ideale Standort», liess Stofer die rund 90 Zuhörer wissen. Der zweifache Olympionike blickte zurück auf eine ereignisreiche Zeit, seit sich der SRV Mitte der 1980er-Jahre am Ufer des Sarnersees niedergelassen hat.

«Er zählt für mich zu den wichtigen Förderern der neuen Sportanlagen», liess der Moderator Manfred Iten die Supporter wissen. Mit einem Schmunzeln brachte Stofer den Charakter des Rudersports auf den Punkt. «Wir sind sture Typen und fahren rückwärts über den See!» Wie der Fussball sei das Rudern eine Teamsportart. Doch gebe es einen elementaren Unterschied: «Bei uns im Boot müssen alle gleichzeitig dasselbe machen.»

Kurze Distanzen, alles zu Fuss

«Hier in Sarnen geht es um die schnellen Ruderer in unserem Lande», stellte Christian Stofer fest. Das nationale Leistungszentrum brachte er in Zusammenhang mit den total 13 Medaillen, welche seine Spitzensportlerinnen und -sportler im vergangenen Jahr an Europa- und Weltmeisterschaften gewinnen konnten. Die Breite bilden insgesamt 12’000 Aktive, welche landesweit 76 Ruderklubs angehören. In den Nationalkadern U19, U23 und Elite sind 60 Athleten vereint, die bereit sind, «Studium und Arbeit rund um den Sport zu organisieren und dem Rudern unterzuordnen», betont der SRV-Direktor.

Im Haus des Rudersports – einem ehemaligen Internatsgebäude des Kollegiums – kümmern sich insgesamt zehn Personen um Verbandsarbeit und das Wohl der Spitzenathleten, sechs davon sind hauptamtliche Trainer. Das Jahresbudget beträgt derzeit 3,3 Millionen Franken. Stofer schwärmte von den kurzen Distanzen zwischen Internat (50 Betten), Verwaltung, Bootshaus, Kraftraum, Bootssteg und See. «Alles zu Fuss», gibt er zu verstehen.

Keine sportlichen Kompromisse in Sarnen

Auf das Budget angesprochen, sprach der Referent die Unterschiede zum Fussball an. «Unser Geld ist knapp und zum grossen Teil zweckgebunden.» Aber das habe durchaus auch Vorteile: «Mehr Geld schafft nämlich auch mehr Begehrlichkeiten.» Die finanziellen Mittel zwingen nach Aussagen von Stofer auch zur Zentralisierung. «Bei den Klubs landauf, landab ist das nicht immer nur beliebt», liess er sein Publikum wissen. «Wir gehen hier sportlich keine Kompromisse ein. Ruderer, die nach Sarnen kommen, sind überzeugt, dass es für sie der richtige Weg ist.»

Das auf das Referat folgende Gespräch zwischen Stofer und Iten hatte lockeren Charakter. Stofer gab spasshafte Tipps, wie es der Vorstand der Supporter zu einer erfolgreichen Renngemeinschaft schaffen könnte. «Sie haben dafür schliesslich einen Ausgabeposten ‹Unvorhergesehenes› in ihrer Vereinsrechnung», meinte der SRV-Direktor.

Bild: Christian Stofer, Direktor des Schweizerischen Ruderverbandes (links), stand Moderator Manfred Iten für ein Gespräch zur Verfügung. | Primus Camenzind